Jugendfußballer legen los – mit noch weniger Teams als zuvor

In A-Junioren, B-Junioren, C-Junioren, D-Junioren, E-Junioren, F-Junioren, Jugend von WLZ Sport

Beim Start in neue Saison zählt Fußballkreis Waldeck nur noch 101 Teams

Korbach. Vor der neuen Saison singt Joachim Schmolt ein altes Lied: „Wir schaffen es immer weniger, die Kinder aus der Komfortzone zu Hause weg auf den Sportplatz zu bekommen.“

„Eigentlich ist es für mich leichter, ich habe weniger Arbeit“, sagt Waldecks Kreisjugendfußballwart. Zum Lachen ist Schmolt aber nicht zumute beim Blick auf das „Teilnehmerfeld“ der neuen Jugendfußballsaison. Die Zahl der Mannschaften, um die er sich zu kümmern hat, ist so gerade eben noch dreistellig: 101 Teams sind gemeldet – ein erneuter Rückgang um nochmals zwölf Mannschaften gegenüber dem Vorjahr, als der Schwund von 142 auf 113 Teams noch größer war.

Zuwachs aus Hofgeismar

Bei den ältesten Jahrgängen setzt der frühere Abwärtstrend wieder ein. „Es gab einige fette Jahre, weil aus den gut bestückten C- und D-Jugend-Jahrgängen viele Spieler nach oben strömten. Diese Phase ist aber vorbei“, sagt Schmolt. Von den neun Teams der Kreisliga 2017/18 hatten zwei vorzeitig zurückgezogen, sie tauchen nicht wieder in der Meldeliste auf.

Da der TSV Korbach zudem seine geplante zweite Mannschaft wieder gecancelt hat, bleiben neben Gruppenligist JSG Rhena fünf Waldecker A-Juniorenteams.

Sie bilden künftig eine Kreisliga zusammen mit fünf Teams aus dem Kreis Hofgeismar/Wolfhagen, der ebenfalls mangels Masse seine Kreisliga aufgelöst hatte. Das kam sehr kurzfristig zustande während des Sommers, ermöglicht aber eine vernünftige Spielrunde.

„Mittelalter“ unverändert

Auch bei den insgesamt elf B-Junioren (unverändert) schlüpfen vier Mannschaften aus Wolfhagen/Hofgeismar unter und bilden eine 13er-Kreisliga mit den neun Waldecker Vertretern. Korbach und Bad Arolsen gehen in der Gruppenliga ins Rennen. Interessant: Drei davon (Waldeck, Edertal, Mengeringhausen) stellen jeweils zwei Mannschaften.

Am stabilsten sind die Klassenstärken im „Mittelalter“. Die C-Jugend wird von Korbach und Friedrichstein höherklassig vertreten, die Kreisliga steht mit elf Teams unverändert zu 2017 da. Sie spielt ebenso eine einfache Spielrunde ohne Qualifikation wie die D-Junioren. Dort sind es wie im Vorjahr 20 Teilnehmer, angeführt von Gruppenligist TV Friedrichstein. Die Siebenerteams und die zweiten Mannschaften wurden in die Kreisklasse eingeteilt, der Rest bildet die Kreisliga. Ausnahme: Die „Zweiten“ von Korbach und Friedrichstein, „weil diese sehr starke einzuschätzen sind“, so Schmolt.

Fünf Spiele Qualifikation

Auch bei den E-Junioren verzeichnet der heimische Kreis mit nach wie vor 23 Teams eine keineswegs negativ zu betrachtende Stagnation. Hinzu kommen die Mädchen der MSG Landau. Macht insgesamt vier Sechsergruppen, die in der Qualifikation ausspielen, ob sie Kreisligist oder Mitglieder der 1. oder 2. Kreisklasse werden. Noch vor den Herbstferien sollen die Spiele in den zugeteilten Ligen starten. „Von einer Klasseneinteilung nach regionalen, geografischen Gesichtspunkten haben wir abgesehen“, erklärt der Kreisjugendwart.

70 Teams in 6 Jahren „verschwunden“

Seit 2012 sind dem Kreis Waldeck fast 70 Juniorenmannschaften weggebrochen. Und die neue Entwicklung: Der Schuh drückt jetzt vor allem bei den jüngeren Jahrgängen. Vor fünf Jahren kickten noch fast 30 Mannschaften allein in der F-Jugend. Aktueller Stand: 18. „Erneut wird es eine Kreisklasse mit nur zwei Gruppen geben“, erläutert Schmolt, der immerhin bei den Bambini mit elf Teams eine unveränderte Zahl registrieren konnte. Der Rückgang liege längst nicht allein bei fehlenden Betreuern.

Einen Weg, wieder mehr Kinder an den Ball zu bekommen, sieht er in der Fußballvariante „Funino“, die speziell im Kindertraining Anwendung findet. Gespielt wird Funino auf einem etwa 32×25 Meter großen Feld mit vier Minitoren und zwei 3er-Teams. Rund 30 Spielvarianten sind möglich. „Oft müssen viele Spieler lange zuschauen, weil der Leistungsgedanke schon sehr früh im Vordergrund steht. Bei dieser Variante ist jeder mittendrin, weil er automatisch zum Spielen kommt und auch ein Tor erzielt“, schwärmt Schmolt vom Trend, der wegführen soll vom Sieben gegen Sieben.

Nur noch sechs Mädchenteams

Bei einem Tag der Qualifikation sollte Funino den Vereinen vorgestellt werden. „In Waldeck und Frankenberg ist die Veranstaltung ausgefallen, weil kein Interesse bestand“, moniert der „Nachwuchschef“ des KFA. Weitere Problemzone sind die Mädchen. Nur noch sechs Teams stehen auf dem Meldezettel (im Vorjahr neun). Die klassenhöchste Frauenelf SV Anraff bringt derzeit kein Nachwuchsteam hervor. Nur der TSV Landau ist von D- bis B-Juniorinnen vertreten.

Quelle

WLZ Sport

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

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