A-Junioren

Starke Saison ohne Happy end für A-Jugend des TSV Korbach

Auch der ist nicht drin: Korbachs Kapitän Bjarne Deselaers stürmt allein auf das Tor zu, Vellmars Torwart Finn Ole Persch ist mit den Fingerspitzen noch am Ball

Wolfhagen – In Gudensberg (2:2) ließen die A-Junioren des TSV Korbach durch den in der Nachspielzeit kassierten Ausgleich den ersten „Matchball“ zur Meisterschaft in der Gruppenliga liegen. Jetzt auch den zweiten: Im Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen OSC Vellmar unterlagen sie am Sonntag auf neutralem Platz in Wolfhagen mit 0:1 (0:0) – das bittere Ende einer überragenden Saison für den ältesten Nachwuchs des KOL-Meisters der Senioren. Denn die starke Saison der A-Jugend wurde nicht wie vor zwei Jahren von einem Regionaltitel gekrönt, als derselbe Jahrgang den Verbandsliga-Aufstieg gepackt hatte.

Eine mit entscheidende Szene ereignete sich in der 35. Minute: Torwart Sören Beckmann lief einem langen Ball entgegen – und berührte ihn außerhalb des Strafraums mit der Hand. Schiedsrichter Sebastian Schäfer zog sofort die Rote Karte. „Der Ball war versprungen, und dann ging aus Reflex meine Hand zum Ball, damit der Stürmer nicht alleine aufs Tor läuft“, schilderte Beckmann die Szene.

Die Aktion schadete letztlich gar nicht allzu sehr. Weil Dominik Zädow, Abwehrspieler der B-Junioren, seine Sache gut machte als Aushilfstorwart. Und weil die Korbacher trotz knapp einer Stunde Unterzahl und hohen Temperaturen die gefährlicheren Torszenen hatten.

Bemühungen, die Partie wegen der Hitze zu verlegen, hätten bei Vellmar keine Zustimmung gefunden, hieß es beim TSV, den Denny Petersen und Thorsten Beil coachten. Sie vertraten Trainer Volker Schnatz (Urlaub).

Korbach war vor etwa 150 Zuschauern zu Beginn der Partie das etwas aktivere Team, erspielte sich aber keine nennenswerte Torchance. Nach dem Platzverweis stellten die Trainer taktisch um, der TSV spielte defensiver und suchte den Erfolg über Konter. Zweimal hätte es klappen können, Maik Walger scheiterte jeweils an OSC-Keeper Finn Ole Persch.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie ausgeglichen, der TSV war mit seinen Kontern gefährlicher war als Vellmar aus dem Spiel heraus. Zunehmend machte sich jedoch die Hitze bemerkbar, die Kräfte schwanden bei den Hansestädtern.

Die Entscheidung fiel in der 78. Minute. Finn Patrick Pfalzgraf wurde im Strafraum angespielt und traf per Drehschuss zum 1:0 für Vellmar. Korbach warf danach alles nach vorn, es fehlte jedoch das Quäntchen Glück zum Ausgleich. Es blieb beim etwas glücklichen Sieg des OSC, den auch Bjarne Deselaers so einstufte. „Wir waren nicht das schlechtere Team. Auch viele Zuschauer meinten, man hätte die Unterzahl nicht gesehen“, sagte Korbachs Kapitän Bjarne Deselaers am Tag nach der Partie.

Er schob aber gleich hinterher, man habe keinen Grund, sich zu beklagen. „Es war nicht unsere erste Chance, den Titel klarzumachen. Das späte Gegentor in Gudensberg war viel ärgerlicher.“ Auch an das Rückspiel in Vellmar erinnerte sich Deselaers: Er und zwei weitere Topspieler wurden nach 60 Minuten ausgewechselt, um die Senioren beim KOL-Gipfel in Adorf zu unterstützen. Korbach – damals selbst 55 Minuten in Überzahl – verlor mit 1:2. Ein Preis, den der TSV damals bereit war zu zahlen. Das Team könne vor allem wegen der Doppelbelastung vieler Spieler stolz auf die Saison sein, so Deselaers: „Dass die Senioren aufgestiegen sind, ist für den TSV Korbach als Verein sicher wichtiger. Aber man wird nicht vergessen, dass auch die A1 eine sehr gute Saison gespielt hat.“  dv/schä

Quelle: Waldeckische Landeszeitung vom 21.06.2022
Kreisliga B Waldeck

Mit Torflut zur Meisterschaft

Auch geschafft: Der TSV/FC Korbach II wurde Meister der Kreisliga B. Das Bild zeigt hinten (v.l.) Trainer Marvin König, Valerij Walger, Valeri Fenske, Jonas Menzel, Jan Stollenwerk, Ahmad aid Jaouish, Daniel Kinzel, Jan Demmer, Matthias Rösner und Betreuer Hermann Curtze; vorn (v.l) Florian Fricke, Claudio Damiano, Mario König, Dennis Schmidtmann, Yannik-Christian Ziesmann, Murad Mensur, Housamaldin Al Kgha und Michael Diaz. Foto: Worobiow

Zweimal Meister innerhalb von 24 Stunden. Dieses Kunststück ist den Fußballern des TSV/FC Korbach am vergangenen Wochenende gelungen. Das Reserveteam schlug nach dem 10:1-Sieg beim TSV Berndorf II als Erster der Kreisliga B an und steigt in die A-Liga auf.

Bei diesem Meisterstück der Mannschaft von Trainer Marvin König beeindruckt vor allem die Anzahl der erzielten Tore: 112, das sind fünf Tore pro Spiel. Viele Kicker im Korbacher Team wissen wo das Tor steht, 24 Spieler trugen sich in die Liste ein, ihr treffsicherster Schütze war Daniel Kinzel mit 19 Treffern.

Außerdem stellt die Mannschaft von Trainer Marvin König mit 22 Treffern die beste Abwehr der Liga. Aber für den Coach war nicht diese Torflut der entscheidende Grund für die Meisterschaft, sondern die stabile Defensive mit einem guten Torwart Christian Ziesmann. „Wir haben derzeit drei Supertorhüter in Korbach und ich denke, wenn es hinten gut läuft, dann klappt das meistens mit dem Toreschießen fast schon von allein.“

Die guten Zahlen hat der neue Meister auch ein wenig dem TSV Altenlotheim II zu verdanken, der den Kreisstädtern fast bis zum letzten Spieltag einen spannenden Titelkampf lieferte.

Was auf den ersten Tabellenblick wie eine problemlose Saison aussieht, hatte neben Höhen auch Tiefen. „Mit das Schwierigste bei einem Reserveteam ist es, jeden Sonntag eine Mannschaft zusammenzubekommen“, sagt König. Er habe 36 verschiedene Spieler eingesetzt. „Es gab aber nur einen Spieltag, an dem ich die gleiche Mannschaft aufstellen konnte wie in der Vorwoche“, erzählt der Coach. Allerdings sei er schon froh darüber, dass er zumindest einen festen Stamm von fünf, sechs Spielern habe, um den man die Mannschaft aufbauen könne.

Beim Ausblick auf die kommende Saison ist König nicht bange. „Diese Mannschaft kann auch in der Kreisliga A eine gute Rolle spielen, zumal auch immer wieder junge Spieler nachkommen.“ rsm

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