Gruppenliga Kassel: Rückblick

In Allgemein by WLZ Sport

Vorrunde der Fußball-Gruppenliga verlief aus heimischer Sicht nur für Eintracht Waldeck erfolgreich

174 Spiele – eine Nullnummer

Korbach. Wer A sagt muss auch B sagen. Wir gehen da weiter und versuchen die Vorrunde der Fußball-Gruppenliga mit den sechs heimischen Teams von A bis Z zu analysieren – bisweilen auch mit einer Prise Humor.

A wie Abstieg: Bis zu fünf Klubs könnte es am Ende der Saison erwischen. Beim derzeitigen Tabellenstand müssten die beiden Aufsteiger SSG Ense/N. und TSV/FC Korbach II, sowie der TSV Bad Arolsen wieder in die Kreisoberliga zurück.

B wie Buden: 41 Tore hat die SG Bad Wildungen/F. bisher erzielt. Das ist die höchste Trefferquote aller Waldecker Vereine. Mit 24 erfolgreichen Abschlüssen fanden die Schüsse des TSV Korbach II am seltensten den Weg ins gegnerische Tor. Ligaweit ist der einsame Spitzenreiter Eintracht Baunatal mit 74 Toren am treffsichersten.

C wie Chemie: Zwei Trainerbänke verwandelten sich in der Vorrunde zu Schleudersitzen für die Übungsleiter. Die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft stimmte in Homberg und Schwalmstadt II nicht mehr. Beim FCH kam Horst Brandner für Hayri Karahan. Bei der Verbandsligareserve löste Siegfried Rupprich den glücklosen Jörg Wagner ab.

D wie Derby: 17 direkte Duelle der heimischen Teams sind gespielt, Waldeck führt die Derby-Tabelle mit 11 von 15 möglichen Punkten an, ist dabei in fünf Duellen unbesiegt. Jeweils nur einmal als Verlierer verließen die SG Bad Wildungen (0:3 gegen Waldeck) und Korbach II (2:3 in Altenlotheim) den Platz; die Kreisstädter spielten vier Derbys unentschieden.

Derbytabelle

  1. Eintracht Waldeck 5 18:8 11
  2. Bad Wildungen/Friedrichstein 5 19:7 10
  3. TSV Altenlotheim 6 13:13 8
  4. TSV/FC Korbach II 6 9:9 7
  5. TuS Bad Arolsen 6 14:17 6
  6. SSG Ense/Nordenbeck 6 8:24 4
E wie Elfmeterquote: Hier liegt Kellerkind Ense gut im Rennen: Es gab drei Elfer, die Kevin Stanjek alle verwandelte. Bad Wildungen erhielt fünf Elfer. Kramer, Krollpfeiffer und Schneider (3) verluden die Torhüter. Korbach bekam einen Elfmeter zugesprochen, den Viktor Hardt im Tor unterbrachte. Kevin Sobotta war der einzige Strafstoßschütze in der Arolser Elf. Dreimal trat er an, einer davon ging nicht rein. Waldecks Spielertrainer Sacha Lehmann übernahm Verantwortung bei dem einen Elfer, den die Mannschaft bislang erhielt. Und der war drin.

F wie Fremde: Bereits elfmal ist die SSG Ense/Nordenbeck auswärts angetreten. Kein Team musste öfter in der Fremde ran. Allerdings war auch keine Mannschaft auf des Gegners Platz erfolgloser. Nur ein Sieg steht für die Elf von Trainer Michael Maron zu Buche.

G wie Goalgetter: Mit je 12 Treffern führen Jan Kramer (Bad Wildungen/F.) und Dennis Kuhnhenn (Waldeck) die Liste der heimischen Gruppenligatorjäger an. Mit einem Treffer weniger folgt Florian Heine vom TSV Altenlotheim. Erfolgreichster Torjäger ist 26 Toren Niels Willer (Baunatal).

H wie Heimstärke: Heimstärkste heimische Mannschaft ist die SG Bad Wildungen/F. mit bisher sechs Siegen in acht Spielen. Ligaprimus Baunatal verzeichnet neun Siege und ein Remis. Die SSG Ense-Nordenbeck und der TSV Korbach II haben ihre Zuschauer mit nur einem Sieg am meisten enttäuscht.

I wie immer da: Sechs Spieler von den heimischen Teams standen bei allen Spielen auf dem Platz: Torwart Niclas Köhler, Jan Leimbach (Bad Wildungen), Karsten Trachte (Altenlotheim), Mario Sek, Sergej Geronimej (Bad Arolsen), Valeri Venske (Ense-Nordenbeck).

J wie Joker: So nennen sich Einwechselspieler. Bei Ense kam Ruven Henkler mit fünf Einsatzen am häufigsten von der Bank, bei Korbach war es Sascha Trost (4), bei Bad Arolsen Wladimir Weber, Jan Ackermann (je 6), bei Altenlotheim Jonas Wickert (7), bei Waldeck Christian Schaller (5) und bei Bad Wildungen Markus Wagner und Florian Eigenbrod (je 6).

K wie Karten: Mit nur je einer Roten und einer Gelb-roten Karte, zudem 34 Gelben Karten, ist der TSV Bad Arolsen die fairste heimische Mannschaft der Gruppenliga. Die Raubeine kommen aus Waldeck, zweimal Rot, fünfmal Gelb-Rot und 54 Mal Gelb hat die Eintracht bisher eingesammelt. Im Ligavergleich ist der TSV Mengsberg das fairste Team (31 G., 1 GR und keine Rote Karte), das Tabellenende dieser Wertung ziert der FC Körle (49 G, 4 GR, 5 R).

L wie Libero: Eigentlich schon ausgestorben. Beim TSV Altenlotheim gibt es die Position des freien Mannes hinter der Abwehr immer noch. Kai Bremmer, Steffen Lotze und Marc-Andre Garthe durften in dieser Saison schon auf den etwas verblichenen Spuren von Franz Beckenbauer wandeln.

M wie Mannschaftsgröße: Der 1. FC Schwalmstadt II hat für sein Reserveteam 48 Spieler aufgelistet, davon haben 40 in der Vorrunde gespielt. Korbach hat von den heimischen Teams die größte Kickerauswahl. Von 40 kamen 35 zum Einsatz. Den kleinsten Kader der Liga weisen der FC Körle und die SSG Ense/Nordenbeck mit jeweils 24 Spielern auf. Bei der SSG kamen 23 zum Einsatz, beim FC 20.

N wie Null: „Die Null muss hinten stehen“, meinte Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens einst. Der TSV Korbach II blieb diese Saison keinmal ohne Gegentor, die SSG Ense/N. und Bad Wildungen/F. je einmal, Altenlotheim und Bad Arolsen zweimal, Waldeck schaffte drei Partien ohne Gegentor.

O wie Oldie: Einige alte Knacker laufen in der Liga immer noch dem Ball hinterher. Die ältesten heimischen Kicker sind Waldecks Spielertrainer Sacha Lehmann mit 42 Jahren und sein vier Jahre jüngerer Bruder Marc. Der Altenlotheimer Alexander Köster hat schon 38 Mal den Frühling erlebt, wann sein zweiter anfing ist unbekannt. Der älteste Spieler der Liga ist Robert Scheiter (Baunatal) mit 46 Jahren, er wartet aber noch auf seinen ersten Saisoneinsatz.

P wie Pole: Neun Polen spielen in der Liga, allein acht bei der SSG Ense-N. Dort spielen auch acht Spieler aus Russland. Kein anderes Team hat einen Kicker aus dem Putin-Land. Die größte Fraktion der Nichtdeutschen haben die Türken inne (22), es folgen Spieler aus Afghanistan (4), Albanien, Kosovo (je 3), Italien (2), England, Mazedonien, Tschechien, Rumänien, Argentinien, Montenegro, Armenien, Spanien, Litauen (je 1). Wann kommt der erste Syrer?

Q wie Qual: Es ist eine quälende Saison für das Team der SSG Ense/N. Durch die hohen Niederlagen haben sich die Spieler des öfteren wie eine Lachnummer gefühlt. Dennoch haben sie ihre Würde und die Moral nicht verloren. Das bewiesen die letzten drei Spiele. Vielleicht wird ja aus der Qual in der Rückrunde noch Qualität. Sie steckt auch in dieser Elf.

R wie rabenschwarzer Tag: Bad Wildungen hatte solch einen miesen Auftritt beim 3:6 in Kirchberg, Waldecks schwärzester Spieltag war die 2:5-Heimpleite gegen Rengershausen, Altenlotheims hatte sich beim 2:5 in Bad Arolsen einen gebrauchten Tag andrehen lassen.
Korbach II wäre bei den zwei Heimauftritten 1:9 gegen Baunatal und 0:6 gegen Brunslar besser im Bett geblieben und wer es mit der SSG Ense-Nordenbeck böse meint, der schlägt jetzt folgendes vor: Schreibt die guten Tage auf, dann habt ihr weniger zu schreiben. Der Neuling kassierte in sieben Spielen mehr als fünf Gegentreffer.

S wie Schießbude: Die steht natürlich auch bei der SSG aus Ense. 77 Gegentreffer in 19 Spielen bedeuten Negativrekord in der Liga. Sind im Schnitt vier Tore für den Gegner pro Partie.

T wie Torwart: Mit Dennis Mattersberger (6), Mirko Ohnesorge (9) und Tobias Knoche (2) hat der TSV Altenlotheim in den bisherigen 17 Partien bereits drei verschiedene Torhüter eingesetzt. Hat auch nicht viel geholfen. Es gab bereits 41 Gegentore. Das Gleiche hat die SSG Ense hinter sich: Ob Kevin De Bruyn (13), Daniel Bärenfänger (3) oder Ivan Litovcenko (3) die Gegentore fielen trotzdem in Massen – siehe auch S wie Schießbude.

U wie unterlegen: Die heimischen Mannschaften sind in dieser Saison nicht gerade führende Teams in der Liga. Von den 106 Spielen haben sie 52 verloren – damit liegt ihre Verliererquote bei 49 Prozent.

V wie Vier: Einen Sieg mit vier geschossenen Toren schaffte die SG Bad Wildungen/F. als beste heimische Mannschaft in drei Spielen. Der TuS Bad Aroslen gelang das dreimal, Altenlotheim kam ebenfalls dreimal über die Drei-Tore-Grenze. Eintracht Waldeck und Ense erreichten das einmal, der TSV Korbach II keinmal.

W wie Wahnsinn: Diese Dimension hat Eintracht Baunatal erreicht, denn die Mannschaft galt bis zum 15. November als unschlagbar, dann wurde sie von Rengershausen 3:1 besiegt.

X wie X: Diese überkreuzten Striche waren für die Römer das Zeichen für die Zahl 10. Zweistellig ging in der Hinserie nur ein Spiel aus: Körle schlug Schwalmstadt am ersten Spieltag mit 11:1.

Y wie Youngster: Der jüngste Spieler in einem heimischen Team spielt beim TSV Waldeck: Der 18 Jahre alte Niklas Knublauch (2. Juli 1997) bestritt eine Gruppenliga-Partie für die Eintracht. Der jüngste Spieler der Liga hat sich sogar schon einen Stammplatz bei Eintracht Baunatal erkämpft: Tim Kraus (25. September 1997) war bei 17 Spielen auf dem Feld und erzielte dabei einen Treffer.

A wie Zwei zu eins: Das soll das häufigste Fußballresultat in einer Liga sein und tatsächlich, es stimmt: 23 der 174 Spiele gingen 2:1 aus. Dahinter folgen 3:1 in 13 Spielen, 3:0 und 3:2 (je 12), 4:1 und 1:1 (je 11).

Das Besondere an dieser Gruppenliga ist aber ihre Torgarantie. Nur ein Spiel endete 0:0. Das sollte auch für die Rückrunde ein trifftiger Grund sein, sich diese Spiele anzusehen. (stu/ni/rsm)

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.