Zum 65. Geburtstag: Uli Sude und seine große Torwart-Karriere

In Allgemein by WLZ Sport

Borussen-Blut in den Adern

Aufmunterung für den Pechvogel: Uli Sude tröstet im DFB-Pokalfinale 1984 gegen Bayern München Lothar Matthäus nach verschossenen Elfmeter. Foto: sven simon/Archiv

Mönchengladbach/Korbach – Uli Sude ist 65 geworden. Am Montag feierte der in Goldhausen aufgewachsene erfolgreichste Waldecker Fußballprofi den Geburtstag, der für viele immer noch den Übergang zur Rente markiert. Für Sude nicht. Er ist nach wie vor im Scouting für Borussia Mönchengladbach unterwegs – dem Bundesligisten, bei dem er groß wurde.

„Bleib gesund, Legende“, gratulierte die Borussia per Twitter. 1976 hatte Sude, der über SV Immighausen und SV 09 Korbach an den Bökelberg gekommen war, im Alter von 20 Jahren seinen ersten Profivertrag erhalten. „Ich weiß noch, wie ich beim Probetraining in die Kabine kam und da die 1974er-Weltmeister Berti Vogts, Rainer Bonhof, Jupp Heynckes, Herbert Wimmer und Wolfgang Kleff saßen“, erzählte Sude der WLZ vor drei Jahren.

Dass er überhaupt eingeladen worden war, ging auf eine auch für damalige Zeiten forsche Initiativbewerbung zurück, wie die „Rheinische Post“ berichtete. Sude kam mit dem Motorrad zum Bökelberg gefahren und sagte: „Mein Name ist Uli Sude, ich wollte mal mittrainieren.“

Bevor er sich bei der Borussia endlich im Tor zeigen konnte, musste Sude Geduld aufbringen: Erst am 19. September 1979 gab er sein Debüt – im Europacup-Spiel der Gladbacher gegen Viking Stavanger (3:0). der damalige Stammtorwart Wolfgang Kneib hatte sich verletzt.

Zum ersten Bundesliga-Einsatz kam Sude am 16. August 1980 beim 2:1-Sieg der „Fohlen“ über Fortuna Düsseldorf. Es vergingen drei weitere Jahre, ehe der Mann, der seine Zeit zwischen den „ewigen Torhütern“ Wolfgang Kleff und Uwe Kamps hatte, zur festen Besetzung im Gladbacher Tor wurde. Stammkeeper war er zwischen 1983 und 1986, er bestritt insgesamt 126 Bundesliga-Spiele für die Borussia, 1985/86 wählten ihn die Fans zum „Spieler der Saison“. Zeitweise hoffte Sude sogar auf eine Berufung ins Nationalteam, doch Verletzungen und Leistungsschwankungen beendeten seinen Traum.

Geschichte geschrieben hat Sude am Bökelberg als Strafstoß-König: Kein anderer Borussen-Torwart weist eine bessere Elfmeterquote vor: Acht von siebzehn Elfmetern parierte er, zwei davon beim 5:1 über den rheinischen Rivalen 1. FC Köln im November 1984.

Ein größerer Triumph war ihm sechs Monate vorher versagt geblieben: Im Elfmeterschießen des Pokalfinals 1984 gegen Bayern München in Frankfurt hielt er nur den Versuch von Klaus Augenthaler – zu wenig, da seine Teamkollegen Lothar Matthäus und Norbert Ringels verschossen hatten. Auch das 0:4 bei Real Madrid im Europapokal ein Jahr später tat Sude bitter weh. Die Spanier kamen weiter, weil sie beim 1:5 im Hinspiel ein Auswärtstor erzielt hatten.

Nach seinem Karriereende wechselte Sude ins Trainerfach. Der Job führte ihn unter anderem zu FC Homburg, VfL Osnabrück, 1. FC Saarbrücken, Borussia Fulda und SC Verl, mit dem er 1999 die gerade abgestiegene Borussia mit 6:5 im Elfmeterschießen aus dem DFB-Pokal warf.

Die Gladbacher holten ihn als Coach der U19 an den Bökelberg zurück. „Acht Jahre lang habe ich mit Talenten gearbeitet. Es ist schön, sagen zu können, den Weg ein Stück lang mit heutigen Profis und sogar Nationalspielern wie Marcell Jansen oder Marko Marin gegangen zu sein“, sagte er danach.

Uli Sudes Sohn spielte übrigens auch für Korbach, konzentrierte sich dann aber auf sein Medizinstudium in Marburg. In Korbach habe er vor allem noch Kontakt zu seinen Kindern, erzählte Sude 2018: Neben Uli noch Benjamin und Sina, die ersten Enkel waren ebenfalls schon da.

Uli Sude ist bis heute Borusse und in Gladbach zuhause. „Das Borussen-Blut“, sagte er mal, „fließt durch meine Adern.“

Quelle

WLZ Sport

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

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