Schiedsrichtermangel: „Situation ist dramatisch“

In Allgemein von WLZ Sport

Wegen Schiedsrichtermangel drohen Spielausfälle in Waldeck schon in nächster Saison

Von Jürgen Heide

Korbach. Mit seiner Äußerung, dass künftig am Sonntag Spiele in den Waldecker Fußball-Ligen mangels zur Verfügung stehender Schiedsrichter ausfallen könnten, hatte Sebastian Bärenfänger bei der Tagung der Kreisoberliga- und Kreisligavertreter in Ober-Ense für Aufsehen gesorgt. „Die Situation ist dramatisch“, sagt der Kreislehrwart der Schiedsrichtervereinigung Waldeck. Nur noch auf 93 Unparteiische kann Kreisschiedsrichterobmann Matthias Henkelmann, der an einem normalen Punktspielwochenende 65 Partien anzusetzen hat, zurückgreifen, während vor zehn Jahren noch 130 Referees zur Verfügung standen. In der vergangenen Saison gab es im Fußballkreis Waldeck 96 Unparteiische, von denen sieben aufgehört haben, während in der nächsten Saison vier neue Referees dabei sein werden. „Viele von denen, die aufgehört haben, haben 40 bis 50 Spiele gepfiffen“, sagt Bärenfänger.

Henkelmanns schwerer Job

Er möchte „nicht mit Henkelmann tauschen“, der bereits in der Vergangenheit noch den ganzen Sonntagvormittag bemüht war, nach Absagen oder bei Lücken im Schiedsrichtertableau, Referees zum Teil auch aus den benachbarten Fußballkreisen zu finden, um die Partien nicht absagen zu müssen. Dass in der Regel 25 Unparteiische an einem Sonntag frei haben wollen, einige Schiedsrichter selbst aktiv spielen und neun Waldecker Referees in der Gruppenliga oder höher eingesetzt werden, verschärft die Lage ebenso wie auch die Tatsache, dass viele ältere und ganz junge Schiedsrichter keine Seniorenspiele mehr pfeifen wollen oder beziehungsweise dies noch nicht können.

Da die Nachbarkreise die gleichen Probleme haben, sind Spielabsagen in Waldeck bereits in der kommenden Runde vorprogrammiert.

Wenn die Vereine dann trotzdem kicken wollen, obwohl kein Schiedsrichter angesetzt werden kann, müssen sie sich auf einen neutralen Unparteiischen einigen, wobei die Heimteams schon im Vorfeld gefordert sind, einen solchen zu finden. So könnte auch ein Schiedsrichter der Gastgeber die Partie pfeifen oder zu Not sogar ein nicht ausgebildeter Referee, was wohl immer noch besser wäre, als am Sonntagnachmittag kurzfristig ein Spiel abzusagen, für das die Gastgeber mit ihren Vorbereitungen teilweise auch schon finanziell in Vorleistung getreten sind.

Bärenfänger hält es auch für „denkbar“, dass wegen der terminlichen Probleme vor allem vom Regelspieltag Sonntag immer mehr Partien verlegt werden müssen. Falls es zu wenig Schiedsrichter geben sollte, sollen darunter aber nicht unbedingt die untersten Klasse leiden. „Wir wollen keinen C-Ligisten bestrafen, der sein Schiedsrichtersoll erfüllt“, sagt Bärenfänger. Er kann sich so auch gut vorstellen, dass dann eher das Heimspiel einer A-Klassenmannschaft abgesagt wird, bei der das nicht der Fall ist. Den Vorschlag des Buchenberger Vorsitzenden Bernd Backhaus, dass alle Vereine regeltechnisch zumindest etwas vorgebildete „Stand-by-Schiedsrichter“ für ihre alle Teams benennen müssen, die im Notfall einspringen müssten, findet der 28-Jährige gut.

In die Schulen gehen

„Ich weiß, dass es für die Vereine heutzutage schwer ist, junge Schiedsrichter zu finden, auch weil das immer ein undankbarer Job bleiben wird“, sagt der Bankkaufmann aus Eimelrod, der mit den Verantwortlichen im Fußballkreis auch selbst in Schulen gehen will, um dort neue Unparteiische zu akquirieren.

Quelle

WLZ Sport

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

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