Schmids Premierentor sorgt spät für Erleichterung
Korbach siegt 3:1 gegen SG Brunslar auch dank Ziesmanns Paraden und Leonhardts Doppelpack
Für Christian Schmid lagen Ärger und Freude in der Spätphase dieser Partie sehr dicht beisammen. Zunächst pfiff Schiedrichter Lars Tautz dem 34 Jahre alten Mittelfeldspieler des TSV/FC Korbach einen Treffer wegen Abseits ab. „Es war kein Abseits“, beteuerte der, ließ sich aber von dieser Entscheidung kein bisschen triggern. Tautz hatte in dieser Szene Vorteil laufen lassen, der ja keiner war; nun gab er nachträglich Freistoß für ein vorangegangenes Foul. Schmid legte sich den Ball zurecht und schickte ihn aus 16 Metern überlegt flach an der Mauer vorbei rechts ins Tor. Das 3:1 für Korbach und der Endstand im Gruppenliga-Spiel gegen die SG Brunslar/Wolfershausen .Schmid notierte damit seine erste Bude in der Liga für den TSV/FC und freute sich: Ja, das sei ihm jetzt endlich gelungen. Trainer Martin Wagner lobte den technisch eleganten Fußballer hinterher auch wegen dieses Tors in der 89. Minute. Ein Erleichterungstreffer am Ende eines, wie Wagner sagte, „harten Stücks Arbeit“.
Tatsächlich hatte der Gegner nicht nur geführt, sondern die Hansestädter bei fiesem Wetter auch in manche Verlegenheit gestürzt. Das frühe 1:0 fiel nach einer schlecht abgewehrten Ecke, Leon Folwerk nahm den Ball frei stehend von halblinks und knallte ihn unter die Latte (3.).
Die SG stellte sich danach dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte auf und hielt die Korbacher gut vom eigenen Tor weg. Die Gastgeber hatten keine Ideen für dieses engräumige Spiel, sie leisteten sich zudem immer wieder Abspielfehler im Aufbau wie im letzten Drittel. Die Gäste schalteten bei Ballgewinnen schnell um und waren dem 2:0 näher als der TSV/FC dem 1:1. Sören Lange scheiterte am herauslaufenden Yannik Ziesmann (18.). Sensationell dann die Reaktion des Korbacher Torwarts, als er mit einer Hand den Schuss von Lukas Tippel aus drei, vier Metern zur Ecke lenkte (38.). Davor hatte Elias Mayer kurz vor der Linie geklärt (28.).
„Wenn Brunslar das 2:0 macht, wird‘s noch schwerer für uns“, wusste Wagner. Er hob die Leistung seines Keepers hervor, und als dritter Spieler bekam auch Sven Leonhardt ein Extralob ab. Ab etwa der 30 Minute waren die Gastgeber besser in der Partie. Bis dahin hatte lediglich Schmid SG-Torwart Moritz Kleinschmidt einmal geprüft (9.). Beim nächsten guten Angriff konnte Bjarne Deselaers seinen Kopfball nicht drücken und setzte ihn übers Tor (31.).
Leonhardt, eben noch Flankengeber, machte es kurz darauf besser. Schmid spielte auf Niklas Nowotny, der mit der Hacke herrlich zur Nummer neun – und Leonhardt traf überlegt flach zum 1:1 (44.). Es kam noch schöner. Nach einem Patzer der SG-Abwehr lag der Ball plötzlich vor Leonhardt, der von halbrechts sofort abzog – 2:1 (45.).
„Ich habe einfach draufgehalten“, sagte der 24-Jährige, der zuletzt in Neukirchen Abschlusspech gehabt hatte. Nun stockte er sein Trefferkonto auf sieben auf. „Das freut mich persönlich natürlich“, sagte er, sprach jedoch vor allem fürs Team: „Es ist wichtig, dass wir gewonnen haben. Es war eine schwierige zweite Halbzeit, die haben das gutgemacht.“
Kann man so sagen. Bis etwa zur 70. Minute setzte die SG Brunslar den TSV/FC unter Dauerdruck. Sie attackierte schon an dessen Strafraum und beschwor öfter brenzlige Lagen herauf. Ziesmann war vor allem als mitspielender Torwart gefordert, parieren musste er gegen Folwerk, den Nachschuss setzte Lange daneben (54.). Zudem schoss Folwerk einen Ball knapp vorbei (66.).
Die Korbacher befreiten sich allmählich. Die eingewechselten Lukas Beil (76.) und Henry Lenz (78.) verpassten die Entscheidung jeweils nur um ein paar Zentimeter. Die Gäste wirkten langsam müde, doch ihres Erfolgs sicher sein konnten sich die Hansestädter erst mit Schmids 3:1. Martin Wagner war trotz der phasenweise schwierigen Darbietung seiner Mannschaft vor allem erleichtert: „Da dürfen wir dann einfach auch mal zufrieden sein.“
Sein Kollege Alexander Gautsche war zwar vom Ergebnis, nicht aber der Leistung seines Teams enttäuscht. Er stellte fest: „Allein ein wenig Spielglück hat uns gefehlt, um etwas Zählbares mitzunehmen.“
Quelle: Waldeckische Landeszeitung vom 27.10.2025


