Beachsoccer Korbach – mittendrin im Bundesliga-Geschäft

In Beachsoccer by WLZ Sport

Eine gute Adresse

VON DIRK SCHÄFER

Tschüss Korbach: Die „Golden Goalers“ bedankten sich bei den Zuschauern am Bolzcourt. Sie hoffen, dass die Bundesliga auch 2023 daheim Station macht. Fotos: Artur Worobiow

Korbach – „So dicke Torchancen hatte ich noch keine dreimal in meiner Fußball-Laufbahn. Und hier gleich dreimal in einem Spiel. Ist doch klar, dass ich die nicht blind verwandele.“ Jan Pohlmann haderte mit der steigerungsfähigen Torausbeute für sich und die „Golden Goalers“. Aber nur ein wenig. Er trug ein Grinsen im Gesicht, genau wie die Kameraden aus Korbachs neuer Bundesliga-Mannschaft, die nach dem 1:9 gegen Titelkandidat Münster nicht im Boden versank und sich gegenseitig Abwehrschnitzer vorwarf, sondern sich darüber ärgerte, dem Publikum nicht noch mehr Tore geboten zu haben.

Nicht nur diese Momentaufnahme zeigt: Der Bundesliga-Spieltag der deutschen Beachsoccer-Elite ließ sich nicht schlecht reden. Sportlich fiel die Bilanz ebenso gut aus wie organisatorisch. Rund um den Bolzcourt ergab sich eine familiäre Atmosphäre: Ein bunt gemischtes Publikum verfolgte bei Cocktails, Burger und Kuchen die Spiele. Ein kleines Planschbecken vertrieb den Jüngsten die Zeit – eine Reihe der Spieler aus Berlin, Düsseldorf, Rostock oder München hatte Kind und Kegel mitgebracht. Und den Windböen am Sonntag konnte man ausweichen, in dem man einfach die Platzseite wechselte, sodass einem nicht der Sand in Augen und Currywurst wehte.

Keinen Sand in den Augen hatten die „Golden Goalers“ in Sachen Selbsteinschätzung. In drei weiteren Lernspielen haben sie am ersten Punktgewinn geschnuppert, aber auch wieder gesehen, wie ausbaufähig ihr Strandfußball ist. Beispiel im Match gegen Spitzenreiter Münster: Nach Ecke vergab Korbach zweimal binnen Sekunden aus kürzester Distanz das 1:2 – gegenüber traf direkt nach dem Abwurf Christian Biermann trocken und gekonnt das, was die Gastgeber nicht so oft trafen: das Toreck.

„Als neue Mannschaft musst du alles aufnehmen, dann weißt du, was danach auf dich zukommt“, sagte der 35-fache Nationalspieler, der mit 13 Treffern ganz alleine einen mehr erzielt als das Korbacher Team zusammen. Gleichwohl hat Biermann den Neuling aus der Hansestadt als adäquaten Bundesligisten kennengelernt, nicht als Lachnummer. „Gegen Gegner, die seit Jahren zusammenspielen, fehlt ihnen natürlich die Erfahrung. Aber sie machen sich gut und versuchen, ihren Plan umzusetzen“, urteilt der 28-Jährige über die „Ü35“ aus Korbach, die laut Trainer Benny Trotte wieder einen Schritt nach vorn gemacht hat. „Wir spielen stets defensiv. Aber wir haben in jedem Spiel viele Tormöglichkeiten, das gibt Auftrieb.“ Und die nackten Zahlen zeigen auch, wie sehr die „Goalers“ schon mittendrin sind statt nur dabei: 12:36 ist ihr Torverhältnis – andere Teams haben auch nur zwei, dreimal mehr getroffen. Und Sandball Leipzig hat auch schon 35 Gegentreffer kassiert – einer von Korbachs Gegnern am 3. Spieltag am 9. Juli in München.

Dann können sich die Korbacher „nur“ aufs Kicken konzentrieren, nachdem sie am Heim-Spieltag auch als Kuchenbäcker und sonstiger Strippenzieher tätig waren. „Ich habe wieder einmal gemerkt, dass das ein super Gemeinschaftsprojekt ist. Ich konnte mich auf die Teamkollegen und alle anderen Helfer verlassen. Auch beim DFB haben wir einen guten Eindruck hinterlassen“, sagte Team-Initiator und Bolzcourt-Betreiber Christian Metz-Pieper. Kleiner Wermutstropfen für ihn sei, dass durch das heiße Wetter weniger Zuschauer als erhofft kamen.

Metz-Pieper und Co. hoffen auf das, was Christian Biermann offen aussprach: „Wir werden bestimmt nochmal wiederkommen auf diese coole Anlage.“

„Aushängeschild für Beachsoccer in Deutschland“

Michael Lichtnecker Vorsitzender des DFB-Ausschusses für Beachsoccer Foto: Artur Worobiow

Vier Vertreter des Deutschen Fußballbundes machten sich ein Bild vom Beachsoccer in Korbach. DFB-Koordinator Michael Lichtnecker aus Meschede spricht durchweg positiv über die Entwicklung.

Sie haben einen Bundesliga-Spieltag an Neuling Korbach vergeben. Eine gute Entscheidung?
Wir haben diese Anlage mehrfach besichtigt und die Entwicklung begleitet und wir sind mit dem, was hier präsentiert wurde, sehr zufrieden. Es ist eine schön gelegene Anlage mit gut bespielbarem Untergrund. Dazu kommen die Atmosphäre und die Bewirtungsmöglichkeiten – Korbach ist schon ein Aushängeschild für den Beachsoccer in Deutschland.

Ist Korbach auch sportlich eine Bereicherung?
Wie in jeder Sportart brauchen Neulinge Zeit, zahlen auch Lehrgeld. Aber: Wenn eine Mannschaft in drei Spielen zehn Tore schießt, spricht das für einen Entwicklungsschritt in die richtige Richtung.

Dass es nicht nur Spieler, sondern auch ein Spielfeld gibt, dürfte Ihnen gefallen.
Natürlich. Wir brauchen Spielflächen, um mehr Angebote zu ermöglichen. Wir sind dabei, mehr Spielmöglichkeiten zu generieren, zum Beispiel mit dem Landesverband. schä

Quelle

WLZ Sport

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

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