CLAUDIO DAMIANO SCHNÜRT SIEBENERPACK

In Herren by WLZ Sport

Die Sportplätze auf der Hauer in Korbach haben schon hochklassigere Fußballtage erlebt. Die Verbandsliga der Männer ging hier vor einigen Jahren noch ein und aus, manchmal durfte sogar von der Hessenliga geträumt werden, jetzt spielt sich hier in Männerkreisen nur noch Kreis- und Kreisoberliga ab.

Neumal Jubeltraube: Der TSV Korbach besiegte die SG Vasbeck/Adorf in der Kreisoberliga mit 9:2. Hier wird der Torschütze Bjarne Deselaers (Mitte) von Steffen Emde (7), Kevin Staniek (10) und Lukas Beil beglückwünscht. Niklas Linnekugel (Adorf) findet es gar nicht gut. © Worobiow

Korbach – Doch am vergangenen Sonntag haben die Hauer-Plätze auf ihrem Geläuf wieder mal etwas Großes erlebt: eine Torflut. Drei TSV-Teams erzielten 41 Tore, die KOL-Mannschaft schlug die SG Adorf/Vasbeck mit 9:2, die Zweite hatte in der B-Liga beim 16:1 kein Erbarmen mit der SV Freienhagen und die E-Jugend des TSV Korbach II besiegte die JSG ManU/Edertal mit 16:0.

Die Mannschaft ist der Star und nicht der einzelne Spieler. Aber ein Team kann nicht der „Kopf der Woche“ sein, deshalb haben wir uns stellvertretend für die Korbacher Torflut Claudio Damiano ausgewählt, der für die TSV-Reserve stürmt und in diesem Spiel sieben auf einen Streich geschafft hat. Wer kann das schon von sich behaupten? Da kann der Gegner noch so schlecht sein, sieben Tore in nur 90 Minuten wollen erst einmal geschossen werden.

Die Mannschaft ist der Star und nicht der einzelne Spieler. Aber ein Team kann nicht der „Kopf der Woche“ sein, deshalb haben wir uns stellvertretend für die Korbacher Torflut Claudio Damiano ausgewählt, der für die TSV-Reserve stürmt und in diesem Spiel sieben auf einen Streich geschafft hat. Wer kann das schon von sich behaupten? Da kann der Gegner noch so schlecht sein, sieben Tore in nur 90 Minuten wollen erst einmal geschossen werden.

Vielleicht war Damiano auch so gut drauf, weil er am Sonntag bereits Urlaubsvorfreude in sich trug, denn wir erreichen ihn telefonisch inmitten eines Verwandtschaftsbesuches in Neapel.

Tag der drei offenen Alu-Stangen

Drei Tage sind mittlerweile seit dem Tag der drei offenen Alu–Stangen auf der Hauer vergangen und es stellt sich die Frage: Weiß ein siebenfacher Torschütze noch genau den Spielzug bevor er den Ball über die Linie bugsierte?

Zunächst sprudelt es aus Damiano heraus, „beim ersten Tor habe ich den Ball über den Torwart gelupft, das zweite war ein Abstauber, das dritte war mit links von 20 Meter in den Winkel oben links, das vierte haben wir gut herausgespielt, dann kam die zweite Halbzeit, beim fünften habe ich den Ball quasi ins leere Tor geschoben und beim letzten Tor eine Flanke reingemacht und das sechste Tor…“ Er überlegt einige Sekunden.

„An das sechste kann ich mich gerade wirklich nicht mehr erinnern“, erzählt der 19-jährige und fügt einen Satz hinten an, der seinen Siebenerpack fast schon zum Unfall macht. „Ich weiß es wirklich nicht mehr, das ging alles so schnell.“ Und jeder, der selbst mal auf dem Platz gestanden hat, kann sich halbwegs vorstellen, was so ein doppelter Hattrick plus eins im Kopf auslösen kann. Erzeugt das eine Art Suchtcharakter? Denn es soll ja nicht aufhören. Oder macht so ein Erlebnis gierig, ein Spieler kann davon nicht genug kriegen.

„Ich habe tatsächlich so etwas wie Gier in mir gespürt“, gibt Damiano zu. „Zur Halbzeit hatte ich ja schon vier, da dachte ich, komm da geht heute noch mehr.“ Und als das Spiel abgepfiffen worden sei, habe er sich sehr über seine vergebenen Chancen geärgert. „Ich habe mich anfangs nicht über die sieben Treffer gefreut, sondern mir selbst vorgeworfen, heute hättest du zehn Tore schießen können.“

Wunschposition Mittelstürmer erst bei den Senioren

Wer nun denkt, Damiano hat schon immer vorn den Lewandowski gespielt, der irrt. „Erst seit ich bei den Senioren bin, spiele ich Mittelstürmer.“ Es ist die Position die er sich immer gewünscht hat. Doch seine Trainer haben in ihm eher den Sechser, den Achter oder den Zehner aber nie der Neuner gesehen. Als er in den Seniorenkader kam, duften die Neulinge sagen, wo sie ihre Lieblingsposition sehen. „Ich habe Mittelstürmer gesagt und da muss ich meinem Trainer Marvin König danken, er hat das ausprobiert.“

Mittlerweile weiß Damiano aber seine Vielseitigkeit zu schätzen, denn als Mittelstürmer komme es einem auch zugute, wenn man schon mal in einer Viererkette gespielt habe.

Wenn er Fußball spielt, ist er in seiner eigenen Welt

Wer dem 19-Jährigen zuhört, bemerkt schnell, wie liebevoll und leidenschaftlich er über den Fußball redet. „Ich bin schon ehrgeizig und kann auf dem Platz gut abschalten, egal, was gerade privat passiert, wenn ich Fußball spiele, bin ich immer in meiner eigenen Welt. Das ist das Schöne daran.“

Natürlich mag Damiano auch den Erfolg und der scheint sich in dieser Saison den TSV Korbach gleich doppelt zu beglücken. Beide Mannschaften sind hoch gehandelte Aufstiegskandidaten. Wenn die TSV-Mannschaft wieder in der Gruppenliga kickt, wäre Damiano auch gern dabei. „In die erste Mannschaft zu kommen ist schon mein Ziel“, sagt er klipp und klar. Einen guten Knipser kann jede Mannschaft gut gebrauchen und Damiano ist ja erst in seinem zweiten Mittelstürmer-Lehrjahr. Da geht bestimmt noch einiges. Sein sportliches Vorbild ist übrigens Cristiano Ronaldo. Hat der eigentlich schon mal einen Siebenerpack geschnürt? (rsm)

Quelle

WLZ Sport

Facebook Twitter Google+

Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

Beitrag teilen