Playoffs Kreisoberliga: Wer ist Favorit, was sagen die Trainer

In TSV/FC Korbach I, Vorbericht by WLZ Sport

Lauter Highlight-Spiele

VON DETLEF VESPER

Korbach – Zehn Spieltage, zehn Endspiele: Auf diese Formel bringt Matthias Wiegand, Trainer des VfR Volkmarsen, die erste Aufstiegsrunde in der Geschichte der Fußball-Kreisoberliga Waldeck. Die sechs Mannschaften starten am Sonntag das Rennen um den einen Platz, der nach oben führt, alle von der selben Position aus – die Punkte der Hinrunde sind gestrichen.

Ob deshalb alle die gleichen Chancen auf den Titel haben? Zumindest vier Mannschaften bekennen sich mehr oder weniger unverblümt zum Meisterwunsch. Vom VfR Volkmarsen bis zur Edertaler Eintracht – der Überblick über die Aufstiegsrunde.

VfR Volkmarsen

„Schade, wir hätten uns gefreut, wenn wir als Tabellenführer den Punktevorsprung mit in die Runde nehmen könnten“, sagt Trainer Matthias Wiegand. Klar, der VfR lag nach der Hinrunde drei Zähler vor dem Rangzweiten Korbach und satte zwölf vor Edertal auf Platz sechs.

Davon hat der Ex-Gruppenligist erst mal nichts. „Jetzt fangen alle bei Null an und es stehen zehn Endspiele an. Wer da gewinnt, ist oft tagesformabhängig. In Corona-Zeiten ist das nicht ganz einfach, auch bei uns nicht“, bringt Wiegand die Sache auf den Punkt.

Seit Anfang Februar versucht er die Spieler in Form zu bringen. „Wenn unser 13- 14-Mann-Kader fit ist, können wir es schaffen“, sagt Wiegand, schiebt die SG Adorf/Vasbeck in die Favoritenrolle; die Diemelseer hätten sich schließlich noch einmal verstärkt. „Wir wollen aber in den zehn Spielen alles unterordnen. Wenn es nicht reicht – der Aufstieg ist kein Muss.“

Personell hat sich was bewegt beim VfR. Sven Herold ist wieder zurück und mit Ilja Groo ein Nachwuchsspieler an Bord. David Michels befindet sich nach seinem Beinbruch im Aufbautraining.

TSV/FC Korbach

„Wir wollen um den Aufstieg mitspielen“, sagt Trainer Uwe Tenbusch und widerspricht damit anderslautenden Gerüchten vehement. Und: „Wir wollen der jungen Mannschaft und denen, die in den nächsten Jahren dazu stoßen, die Möglichkeit geben, Gruppenliga zu spielen.“

Die Aufgabe beurteilt Tenbusch aber als „sehr schwer. Das zeigen allein die Spiele gegen die anderen fünf Konkurrenten. Wenn wir da eine Tabelle erstellen würden, wären wir Letzter.“ Gleichzeitig betont der Trainer, die Mannschaft sei motiviert, mit Euphorie bei der Sache und so gut es eben gehe, nähmen alle am Training teil. Veränderungen im Kader gibt es aktuell nicht.

Die Aufstiegsrunde ist für Tenbusch „ein spannendes Format: Mal schauen, wie wir das bewältigen, wenn jeder Spieltag ein Spitzenspiel ist – wir freuen uns darauf.“

SG Adorf/Vasbeck

Kristian Willeke nimmt kein Blatt vor den Mund. „Wir haben die Aufstiegsrunde nicht erreicht, um dann nicht aufsteigen zu wollen“, sagt der SG-Trainer. „Wir wollen aus diesem Wettbewerb das Bestmögliche herausholen.“ Das wäre der Titel. „Wenn es am Ende nicht reicht, dann ist es aber auch nicht schlimm“, sagt Willeke, obwohl er den Sprung in die Gruppenliga im Sommer als optimalen Zeitpunkt empfindet: Seine Mannschaft bilde gerade eine sehr gute Mischung aus älteren und jungen Spielern.

Unter den drei Winter-Neuzugänge sticht Lukas Amstutz hervor, ein sehr talentierter Torhüter. Kadir Oguz und Tanvir Dhonju sind eher unbeschriebene Blätter. Zudem ist Christian Bunse nach seinem Ausflug in den Profidartsport wieder an Bord.

Das Format „Aufstiegsrunde“ begeistert Willeke geradezu:„Das könnte immer so sein, nur Highlight-Spiele, wir freuen uns darauf.“ Der Trainer denkt jedoch auch an die Teilnehmer der Abstiegsrunde, bei denen dieses Hochgefühl wohl nicht durchweg vorherrsche.

SG Höringhausen/Meineringhausen

Martin Wagner ist gespannt auf das unbekannte Format, das er so beschreibt: „Sechs Mannschaften kämpfen auf Augenhöhe um den Aufstieg.“ Die Rolle des eigene Teams beurteilt der „Hö/Mei“-Trainer eher zurückhaltend. „Wir sind nicht favorisiert, aufgrund der Kaderstärke und -breite halte ich Korbach und Adorf/Vasbeck für die ersten Anwärter.“ Was das heißt? Wenig, denn Schlitzohr Wagner schiebt hinterher: „Nichtsdestotrotz wollen wir alle Spiele gewinnen.“

Die Gruppenliga könnte freilich für die Vereinigten zum Abenteuer werden. „Darüber machen wir uns aber Gedanken, wenn es so weit ist. Wir haben keinen Druck aufsteigen zu müssen“, betont Wagner, der sich mit seiner Mannschaft nach zufriedenstellenden Trainingseindrücken darauf freut, dass es bald losgeht.

Der Kader ist im Winter ein wenig gewachsen. Mit Christian Kaufmann und Robin Heinemann (bisher SV Freienhagen) sind zwei weitere Torhüter an Bord, dazu kommt Jona Lamm. Mittelfeldmotor Marcel Bangert fällt nach seiner Knie-OP allerdings weiter aus.

SG Wesetal

Die Mannschaft aus Kleinern und Gellershausen hat vor der Saison kaum einer als Kandidaten für die Aufstiegsrunde verortet. Dabei spielte sie von Beginn am im vorderen Tabellendrittel mit. „Platz fünf haben wir uns verdient, das ist ein Riesenerfolg für den Verein, nachdem in den letzten Jahren immer um den Klassenerhalt gespielt wurde“, sagt Trainer Christian Schwalm.

Er und Trainerkollege Daniel Döhring sehen großes Potenzial im Team, richten ihren Blick aber nicht zuerst auf den Aufstieg. „Wir wollen versuchen für jeden Gegner ganz unangenehm zu sein. Wir können gegen jeden gewinnen und wollen versuchen, so lange wie möglich gegen keinen zu verlieren“, sagt Schwalm.

Ebenfalls noch im Fokus steht im Wesetal der Waldecker Pokal. Die SG hat das Viertelfinale erreicht und will mehr. „Es wird eine spannende Rückrunde“, sagt Schwalm. Wesetal geht sie mit unverändertem Kader an.

Eintracht Edertal

Die Südwaldecker sind die einzigen, die mit neuem Trainer in die Playoffs gehen. Die Verpflichtung von Jörg Büchse fand freilich unabhängig davon statt, der Netzer löste Interimstrainer Sebastian Brindöpke planmäßig mit Beginn des Jahres ab und soll langfristig bei den 04ern arbeiten.

Der Sprung unter die Top sechs war für Brindöpke eine Überraschung. „Es war aber auch eine Portion Glück dabei, so beim letzten Spiel, als wir 5:4 gegen ,Hö/Mei’ siegten“, sagt er und betont: „Keiner hatte damit gerechnet.“

Auch sein Nachfolger nicht. Der hat nun den Vorteil, dass er seinen neuen Job ohne Druck gehen kann. Die Voraussetzungen seien gut, Stimmung und Trainingsbeteiligung top, „die Jungs sind heiß“. Büchse tritt aber lieber auf die Bremse: „Wir warten ab, was auf uns zukommt, wir schauen von Spiel zu Spiel, wollen eine gute Runde spielen und gehen jede Begegnung mit Demut an“, sagt er und betont: „Ein Aufstieg ist noch kein Thema. Die Weiterentwicklung der vielen jungen Spieler steht im Vordergrund.“

Den neuen Modus nennt Büchse „ungewohnt“, in Corona-Zeiten jedoch richtig. „Alle sind sehr gespannt“, sagt er. „Ob der Modus Zukunft hat? Kann ich mir nicht vorstellen.“

Quelle

WLZ Sport

Facebook Twitter Google+

Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

Beitrag teilen