Waldecker Fußball: Buden, Karten und Fairplay

In Allgemeinby WLZ Sport

Ein Blick auf die Hinrunde von der Gruppen- bis zur C-Liga

Korbach. Saisonhalbzeit in fast allen Spielklassen der Waldecker Fußballer, nur der SC Willingen und die Verbandsliga Nord sind noch nicht so weit. Wir nutzen das Ende der meisten Hinserien zu einem Blick zurück – Fakten, Statistiken und Namen von der Gruppen- bis zur C-Liga von A bis Z.

A wie Auswärtsstärke. In dieser Wertung ist der TuSpo Mengeringhausen Primus. Der KOL-Herbstmeister holte in sieben Gastspielen alle 21 Punkte. Höringhausen/Meineringhausen II (C-Liga) kommt bei fünf Partien und 15 Zählern ebenfalls auf eine makellose Bilanz.

B wie Buden. Auch Treffer, Tore, Hütten. Fabian Wieck (Hö/Mei II) hat sieben Stück gebaut, beim 19:0 seiner SG in Wellen, und zwar: in einer Habzeit. Absoluter Rekord. Möglich aber wohl nur in der C-Liga, wo es oft darum geht, dass Mannschaften überhaupt durchhalten.

C wie Chancentod. Quicklebendig, besonders beim A-Liga-Letzten SG Fürstenberg/Immigbausen. In zehn von zwölf Spielen gingen die gebeutelten Lichtenfelser leer aus. Bitter.

Korbach führt Derbytabelle an

D wie Derbywertung. Interessant für die Gruppenliga mit sechs Waldecker Mannschaften. Deshalb haben wir mal eine eigene Derbytabelle erstellt. Überraschung: Nur Korbach, obgleich aktuell auf einem Abstiegsplatz, hat gegen keinen kreisinternen Konkurrenten verloren.

Derbytabelle Gruppenliga 1

1. TSV/FC Korbach 5 10: 3 11
2. SG Bad Wildungen/Friedr. 5 16: 9 10
3. Eintracht 04 Edertal 5 15:12 10
4. SG Goddelsheim/Münden 5 11:15  6
5. Buchenberg/Ederbringhsn. 5  6:14  3
6. VfR Volkmarsen 5  3: 8 2

E wie Eigentore. Gleich drei in einem Spiel fielen zwischen SG Helmighausen und Strothe in der Kreisliga A (4:4). Beide Mannschaften haben auch je drei Eigentore durch Gegner auf der Habenseite. Ist schon mal was.

F wie Fairplay. Sorgt immer wieder für positive Schlagzeilen. Zwei Beispiele: Nils Schapeler (Lelbach/Rhena) klärte im Spiel gegen Berndorf den Ball ins Toraus, doch der Schiedsrichter gab Abstoß. Schapeler korrigierte ihn – und nach der folgenden Ecke traf Berndorf. Jan-Hendrik Keindl (Willingen II) schoss gegen Wellen/Wega den Ball ins Tor; der Schiedsrichter gab den Treffer, Keindl ein Handspiel zu – kein Tor.

Heimstarke Willinger Reserve

G wie Gipfel. Die SG Adorf/Vasbeck steht seit dem fünften Spieltag an der Spitze der Kreisliga A, ist aber im Ranking der Dauerbrenner trotzdem nur Nummer zwei. Hö/Mei II (siehe auch A oder Z) ist seit dem vierten Spieltag Erster. Allerdings gibt’s in der C-Liga auch viel weniger Gelegenheit, einen Primus zu stürzen. Trotzdem: Lelbach/Rhena II war in der C I an den ersten elf Spieltagen vorn; Herbstmeister ist dennoch Blau-Gelb Korbach II.

H wie heimstark. Der SC Willingen II (A-Liga) mit 18 von 18 möglichen Punkten, die SG Lelbach/Rhena II (C I) mit 15 Zählern aus fünf Spielen und Höringhausen/Meineringhausen II in der C II (neun von neun) weisen makellose Bilanzen vor. Daheim noch gar nicht gepunktet haben der TSV/FC Korbach II und die SG Fürstenbenberg/Immighausen in der A-Liga sowie drei C-Ligisten. Nicht eben erwartet hätte man, dass der TuS Arolsen (KOL) dem eigenem Publikum nur ein Pünktchen servierte.

I wie imponierend. Ist das Abschneiden der Edertaler Eintracht. Nach kurzer Sommerpause und schwachem Start mit dem Absturz nach ganz unten haben sich Trainer Günter Klose und die Seinen mit teils spektakulären Erfolgen auf Platz sieben der Gruppenliga vorgespielt.

J wie Jubel. Folgt in der Regel einem Treffer. Die höchste Jubelrate herrschte danach, was zu erwarten war, in der Kreisliga C mit 5,8 (Gruppe II) und 4,7 Toren (Gruppe I) im Schnitt pro Spiel. Überhaupt wird reichlich eingenetzt, 3,5 Buden pro Partie in der Gruppenliga, erstaunliche 4,3 in der KOL sowie 4,2 in der A- und 4,0 in der B-Liga sind hohe Werte.

Nur einmal „Gelb“ in einer Halbserie

K wie Karten. Etliche Teams sahen bemerkenswert selten „Gelb“ oder Dunkleres. Fairplay-Könige sind die Spieler der SG Neukirchen/Sachsenberg II mit einer Gelben Karte (Quote 0,12). Respekt. Auch zwei weitere C-Ligisten, SV Hillershausen und SG Eppe/Nieder-Schleidern II (Quote 0,5) weisen im Schnitt weniger als einmal „Gelb“ pro Partie vor, ebenso die Reserve der FSG Buchenberg/Ederbringhausen in der B-Liga (0,78).

L wie Leon Winkelheide. Mit 25 nach wie vor jüngster (Spieler-)Trainer der Gruppenliga I, kämpft mit dem VfR Volkmarsen gegen den Abstieg. Weitere U-30-Übungsleiter sind Simon Lieber von der SG Bad Wildungen/Friedrichstein, Andre Fröhlich (FSG Gudensberg) und der Homberger Florian Seitz; sie sind 28 Jahre alt.

M wie Mannschafts-übergreifend. Dass Fußballer in „Erster“ und „Zweiter“ eingesetzt werden, ist Alltag, nicht aber, dass sie hier wie da häufig Tore schießen. Waldecks Nummer eins in dieser inoffiziellen Zwei-Ligen-Torjägerliste ist Jonathan Vach von der SG Goddelsheim/Münden mit sieben Treffern in der Gruppen- und elf in B-Liga. Waldemar Schubert als Nummer zwei bringt es auf zehn für die Reserve der SG Bad Wildungen/Friedrichstein (KOL) und fünf für die erste Garnitur in der höheren Klasse.

N wie Nullnummer. Gab’s im Waldecker Männerfußball bisher fünfmal. Die B-liga lieferte nicht eine, auch die C II nicht. Von den Gruppenligisten erzielten der TSV/FC Korbach (gegen Melsungen) und Eintracht Edertal (in Körle) jeweils ein 0:0; in der KOL trennte sich ausgerechnet Mengeringhausen von der SG Edertal mit diesem Ergebnis.

Erstes „Rot“ nach mehr als drei Jahren

O wie Oldie. Mario Amert von der FSG Buchenberg/Ederbringhausen, ist, wenn wir richtig geschaut haben, mit 40 Jahren der älteste spielende Trainer in der Gruppenliga. „Hose“, wie sie ihn beim Aufsteiger nennen, macht trotzdem noch seine Tore; aktuell steht er bei fünf.

P wie Pyrotechnik. Führte Anfang September zum Abbruch der Partie zwischen SV Braunau und TSV Odershausen II. Den Werfer des Knallkörpers konnte das Kreissportgericht nicht ermitteln, also auch nicht den Verursacher des Abbruchs. Die Partie ist für den 11. November erneut angesetzt, sie steht unter Verbandsaufsicht.

Q wie Qualität. Vom Abstiegskandidaten der alten zum Spitzenteam der neuen Saison zu werden, dieser Rollenwechsel gelingt immer wieder mal Mannschaften. Aktuell steht die SG Goddelsheim/Münden beispielhaft für den Qualitätssprung. Die Lichtenfelser hielten die Gruppenliga erst am letzten Spieltag im Mai, in dieser Runde standen sie schon an fünf Spieltagen auf Platz eins, derzeit sind sie Fünfter.

R wie Rote Karte. Dazu gäb’s einiges zu schreiben. Wir greifen hier den Platzverweis gegen Yannik Ziesmann vom TSV/FC Korbach heraus. Mit der Strafe gegen den Keeper endete eine lange Serie: Es war das erste Mal seit der Saison 2014/15, dass ein Spieler des TSV/FC vorzeitig gehen musste.

Vier Trainerwechsel bisher

S wie Schiedsrichtersoll. Reizthema für viele Vereine, weil die säumigen nicht nur zahlen müssen, sondern auch Punkte verlieren (können). Sind Zähler weg, lässt sich das in einer schmalbesetzten Klasse wie der Kreisober- oder der C-Liga schwieriger wettmachen als in Staffeln mit mehr Teams. Die Rechtsprechung berücksichtigt das, Spielersperren fallen deshalb schon mal kürzer aus. Müsste der Verband bei Punktabzügen eine kleine Liga nicht auch in Rechnung stellen?

T wie Trainerwechsel. Wir kommen auf vier, zwei davon in der Kreisoberliga: Atze Döschner für Jens Rüppel bei Waldeck/Netze; Artur Berger für Frank Vester beim TuS Arolsen; außerdem hat Michael Wickenhöfer beim TSV Altenlotheim hingeworfen. In der A-Liga folgte bei Wellen/Wega Jörg Heidl auf Hartmut Meise. Lutz Forth hat bei der SG Diemelsee (B-Liga) nach dem Rückzug von Lutz Kurzawe (wieder) das Sagen.

U wie unüberwindbar. Diese Eigenschaft hätte jede Abwehr gerne, ihr am nächsten kommt in dieser Saison die des TuSpo Mengeringhausen mit erst acht Gegentreffern in zwölf Spielen. Auch die Defensiven der C-Liga-Herbstmeister BG Korbach II und Hö/Mei II (acht Spiele/vier Gegentore) sind bemerkenswert sattelfest.

V wie VfR Volkmarsen. Schlusslicht der Gruppenliga mit nur einem Sieg. Das Besondere: Den „Dreier“ holten Leon Winkelheide und Co. gegen Spitzenreiter Melsunger FV. Rätselfrage: Was klappte in dem Spiel, was in anderen nicht gelang?

Zweistellige Ergebnisse: Ein paar Mal schepperte es heftig

W wie wenig. Das hatte sich die SG Fürstenberg/Immighausen anders vorgestellt. Null Punkte lautet die Hinrundenbilanz des A-Liga-Letzten. Punktlos steht sonst nur noch Neukirchen/Sachsenberg II (CII) da.

X wie Xhustino Kalemaj. Spielt seine zweite Saison bei der SG Waldeck/Netze. Der aus Albainien stammende 18-Jährige Stürmer steht für die Integration zahlreicher ausländischer Spieler in Waldecks Fußballvereine.

Y wie Yakit, Can. Stammtorwart des Gruppenligisten Eintracht Edertal. Misst nur 1,75 Meter, trotzdem ein Guter seins Fachs. Kann’s aber nicht nur zwischen den Pfosten: Bei der Reserve steht er als dreifacher Torschütze in den Listen.

Z wie zweistellig Das höchste Ergebnis war das 0:19 von Wellen/Wega II gegen Hö/Mei II in der C-Liga, Aber auch andernorts schepperte es: 17:0 schlug Goddelsheim/Münden II in der B-Liga Waldeck/Netze II. Mengeringhausen II schenkte Fürstenberg/Immighausen ein 11:0 ein. Bleibt noch die Gruppenliga-Watschn: Edertals 1:12 in Wabern. (mn, rsm, dv)

Quelle

WLZ Sport

Facebook Twitter Google+

Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

Beitrag teilen