Frauen Verbandsliga: Abzug von 25 Punkten gegen TSG Lütter

In Allgemein, Frauen by WLZ Sport

SV Anraff und TSV Korbach profitieren

Korbach/Lütter. Das ist eine bittere Pille: Die Verbandsliga-Fußballerinnen der TSG Lütter bekommen satte 25 Punkte abgezogen, weil sie eine Spielerin mit Zweitspielrecht nicht hätten einsetzen dürfen. Statt um den Aufstieg in die Hessenliga zu kämpfen, muss die Elf aus Osthessen nach Aberkennung von acht Siegen und einem Remis plötzlich um den Klassenverbleib bangen.

Alexander Baldauf, Trainer des SV Anraff, glaubte an einen verspäteten Aprilscherz, als er davon erfuhr: „Ein echter Hammer.“ Deswegen hielt sich die Freude darüber in Grenzen, dass er plötzlich mit seinem Team auf Rang zwei steht und aus dem 1:1 in der Hinrunde ein 3:0 geworden ist. „Damit sind wir wieder voll im Relegationsrennen“, erklärte Baldauf mit Blick auf die Tabelle.

Verbessert hat sich auch die Lage des TSV Korbach im Abstiegskampf. Die Kreisstädterinnen sind mit nun 21 Punkten (+3) auf den ersten Nichtabstiegsplatz geklettert, aus dem 0:1 am vierten Spieltag wurde ein 3:0. „Das kommt total überraschend für uns“, sagte Trainer Peter Kiel.

Mit dem unverhofften „Dreier“ gleicht sein Team den Punktabzug aus, der wegen des fehlenden Mädchenteams verhängt wird. Das jüngste 1:9 gegen die TSG bleibt in der Wertung, weil besagte Spielerin mittlerweile mit Erstspielrecht regulär eingesetzt werden darf. Kiel rechnet fest damit, dass die TSG die Rote Zone wieder verlässt: „Die haben eine Bombentruppe.“

Zweitspielrecht nur im Kreis

Was hat diesen massiven Eingriff in den sportlichen Verlauf bewirkt? Für die betroffene Spielerin, die aus der Nähe von Karlsruhe stammt, war bereits während der Saison 2015/2016 erstmals das Zweitspielrecht beantragt und vom Hessischen Fußball-Verband erteilt worden. Die TSG Lütter beging aber den Fehler, den Paragraphen 138a zum Zweitspielrecht nicht genau zu lesen: „Es gilt nur für den Einsatz bis hin zur Kreisebene – bei den Frauen bis zur Gruppenliga.“ In der Verbandsliga hätte die Karlsruherin demnach nicht spielen dürfen, nur in Freundschafts- und Pokalspielen auf Kreisebene.

Rückwirkende Auswirkungen auf die vergangene Serie gibt es nicht, diese ist abgeschlossen. Vermutlich wäre der Fehler auch jetzt nicht aufgefallen, aber das Team, für das die Spielerin ihr Erstspielrecht besaß und zuletzt in der Spielzeit 2015/2016 aufgelaufen war, hat zurückgezogen. Damit war automatisch auch das Zweitspielrecht erloschen.

Lütter hatte zunächst noch Einspruch eingelegt, diesen jedoch mangels Aussicht auf Erfolg zurückgezogen. „Wir stehen in diesem Fall wohl in alleiniger Verantwortung, obwohl die Prüfungen von Seiten des Verbandes den Fehler hätten aufdecken müssen“, heißt es in einer Presseerklärung des zweiten TSG-Vorsitzenden Marc Leipold.

„Einen Ansatzpunkt für einen Widerspruch stellt dies aber leider nicht dar, da der Verein für den Einsatz seiner Spieler letztlich selbst verantwortlich ist und der digitale Spielbericht nur eine Hilfe darstellen soll“, ergänzte Leipold. Der HFV hatte zwar Verständnis gezeigt, allerdings betont, er müsse nach den Richtlinien entscheiden. (ni)

Quelle

WLZ Sport

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

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