Mission „Doppelaufstieg“

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Luthers prompte Reaktion

TSV Korbach, 11/12 Stadionsprecher des TSV Korbach Jügen Luther Foto: Artur Worobiow

Abteilungsleiter Jürgen Luther
Foto: Artur Worobiow

Korbach. Die Frage war ja nicht mehr ob, sondern wann. Seit Sonntag ist sie beantwortet. Die Fußballer des TSV/FC Korbach müssen absteigen. Den zweiten Abschied aus der Fußball-Verbandsliga Nord in diesem Jahrtausend nahmen sie deutlich gefasster hin als den vor knapp zwei Jahren. Nach dem 1:3 gegen den SVA Bad Hersfeld gingen die Kreisstädter ohne Tränen. Sie waren diesmal vorbereitet.

„Überraschend war das nicht“, sagt Abteilungsleiter Jürgen Luther. Schon als er sein Amt übernommen habe, sei ihm klar gewesen, dass der Klassenerhalt nur bei einem optimalen Verlauf zu schaffen sein würde. Das war im Herbst und die Mannschaft hatte längst ihr Rendevouz mit dem Abstiegsgespenst.

Klar, es habe sehr gute Spiele gegen Spitzenteams gegeben, sagt Luther, der als Stadionsprecher ein langjähriger Beobachter des Teams ist. „Das ist klasse, das zeigt, dass wir das Potenzial haben.“ Doch gerade in den wichtigen Duellen gegen direkte Konkurrenz habe das Team nicht die nötigen Punkte geholt.

Luther kennt die Gründe. Schmaler Kader, viele Verletzte, berufs- und studienbedingte Ausfälle, ständige Umstellungen, eine Fülle individueller Fehler, grassierender Chancentod – darunter steht eine aktuell tiefrote Bilanz von 20 Punkten und 50:98 Toren. „Da muss man nicht viel sagen. Das reicht dann halt auch wirklich nicht für die Verbandsliga“, so Luther.

Der Spartenchef vermisst die ein oder andere, für das Bleibrecht unentbehrliche Tugend: „Abstieg können wir nicht, dieses vom Kampf ins Spiel kommen ist anscheinend nicht unsere Sache.“ Nach dem schnellen Gegentor zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Asbach kam der Mannschaft sichtbar der Glaube ans Happy End abhanden.

Natürlich ist es unser Ziel, wieder direkt aufzusteigen. Alles andere wäre Understatement.“Jürgen Luther
Der Abstieg, der die Reserve gleich mit nach unten zieht, sei schade, betont Luther: „Wir haben den Anspruch, mit unseren beiden Mannschaften Verbands- und Gruppenliga zu spielen. Aber das ist nun mal kein Wunschkonzert.“ Doch besagter Anspruch ist, geht es nach dem Spartenvorstand, nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Für die nächste Saison kündigt Luther gleich die Mission Doppelaufstieg an. „Wir müssen in der Gruppen- und in der Kreisoberliga unsere Kräfte wieder bündeln. Natürlich ist es unser Ziel, wieder direkt aufzusteigen. Alles andere wäre Understatement.“

Wagner-Nachfolge offen

Luther rechnet damit, dass der Kader „im Großen und Ganzen“ zusammenbleibt, er setzt lediglich Fragezeichen hinter die ständige Verfügbarkeit einzelner Spieler aus Studiengründen. Fünf Neuzugänge – Kevin Staniek und David Twardzik von der SSG Ense/Nordenbeck sowie Luka Brandt, Oliver Tent und Peer Wittmer von der A-Jugend der JSG Freienhagen/M. – haben schon vor Wochen zugesagt. Weitere Gespräche liefen noch, sagt Luther. Doch es gibt auch Wechselkandidaten. „Es könnte den ein oder anderen Abgang geben, ich hoffe es aber nicht“, erklärt der Spartenchef. Einer von ihnen heißt Jan-Henrik Vogel. Der Mittelfeldspieler gibt zu: „Es sind einige Vereine an ihn herangetreten, aber ich habe noch keine Entscheidung getroffen.“

Offen ist eine weitere Personalie: Während der Vertrag mit Cheftrainer Jörg Büchse bereits Anfang Februar verlängert wurde, hat die Sparte die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Übungsleiter der „Zweiten“, Martin Wagner, noch nicht abgeschlossen. Luther hofft, dass er für diese offene Stelle bis Anfang nächster Woche Vollzug melden kann. (mn)

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

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