„Wechselspiele“: Auch Friedrichstein-Coach reagiert

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Melchin: „Brauchen keine Sonderregeln“

Korbach. „Wirbel um Wechselspieler“ – dieser WLZ-Artikel zur Endrunde der Hallenkreismeisterschaft vom 20. Januar sorgt nach wie vor für mehr Wirbel als die meisten Teilnehmer dachten. Markus Waid, Vater eines Spielers der JSG Edertal, beklagte die Praxis des TSV Korbach, Spieler in mehreren Mannschaften einzusetzen. Korbachs kritisierter Trainer Albrecht Will reagierte, zuletzt auch der TSV Berndorf. Nun meldete sich auch Marco Melchin zu Wort, Trainer der C-Jugend der JSG Friedrichstein – „da wir in dem Bericht neben dem TSV Korbach ebenfalls der Wettbewerbsverzerrung bezichtigt werden“.

Vorneweg kehrt Melchin zunächst vor der eigenen Haustür. „Ja, nach nochmaligem Studium der Regularien muss ich einen Verstoß seitens unseres Teams eingestehen“, sagt er. „In der Annahme, dass jeweils ein Spieler je Spieltag von oben nach unten oder umgekehrt wechseln kann, habe ich einen Spieler der C1 in der C3-Jugend spielen lassen. Das war nicht regelkonform, weil dieser Spieler damit formal die C2-Mannschaft übersprungen hat; dafür muss ich mich entschuldigen.“

Wechsel nur „eins tiefer“

Eine Vereinbarung des Jugendbeirates im Waldecker Kreisfußballausschuss besagt, dass maximal ein Spieler in eine untere Mannschaft wechseln darf – allersdings nur jeweils aus der nächsthöheren.

Melchin merkt an, dass man bei geschickter Einteilung der Spieler in die Mannschaftskader I bis III oder sogar IV den Sinn dieser Sonderregel auch regelkonform umgehen kann und nennt als Beispiel: „den schwächeren Kader nach oben, den stärksten Kader möglichst in die Mitte – schon kann man so regelkonform hin- und her wechseln, dass der größtmögliche Erfolg zu erwarten ist.“ In der Tat zeigt der Blick auf die Siegerlisten vergangener Jahre – oft gewann Mannschaft II oder III, eben nicht Mannschaft I – das dies gängige Praxis zu sein scheint.

Wenn mehrere Spieler während des laufenden Turniers zwischen den Mannschaften hin- und hergewechselt werden, werde es, so Melchin, „unverständlich und bizarr“. Der Friedrichsteiner Trainer beklagt: „Womöglich wird diese offensichtliche Wettbewerbsverzerrung des TSV Korbach wohl aber lediglich mit einer geringen Geldstrafe geahndet.“

Wegfall erübrigt Debatten

Die Regel, dass Jugendspieler nicht an einem Tag in mehreren Mannschaften spielen dürfen, hat nach Melchins Verständnis „eben genau den Hintergrund, junge Spieler nicht zu verheizen“. Möglichst vielen Jugendlichen das Mitwirken an solchen Turnieren zu ermöglichen, sei grundsätzlich richtig. Allerdings, so Melchin: „Es ist Wahnsinn genug, dass man sich als Jugendtrainer mit solcher Details beschäftigen muss. Solche Extraregelungen benötigen wir nicht. Mit dem Wegfall dieser Sonderegeln, die wie man feststellen kann auch noch regelkonform umgangen werden können, würden Diskussionen über Ungereimtheiten gar nicht aufkommen.“

„Aldi, vielleicht kannst Du mir deine Ausgabe vom Regelbuch mal ausleihen?“, fragt Marco Melchin mit einem Augenzwinkern. Gleichwohl möchte er nicht unerwähnt lassen, „dass die Spieler des TSV Korbach den besten Fußball gespielt haben. Ganz besonders die Spieler des jüngeren Jahrgangs, die tollen Fußball spielen, verdienen meinen größten Respekt.“ (r/schä)

Quelle

WLZ Sport

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV/FC Korbach und unterstützt den Verein seit vielen Jahren u. a. mit redaktionellen Beiträgen und Spielberichten. Redakteure: Gerhard Menkel, Manfred Niemeier, Armin Hennig u.a.

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